Kampf dem Schulmobbing
Leider mehren sich in letzter Zeit die Vorfälle des Mobbings von Lehrern gegen ADHS betroffene Kinder immer mehr. Der Verein für hyperaktive Kinder sieht diesem Treiben nicht länger zu und startet wieder einmal den Kampf gegen bürokratische Windmühlen.
Auf Grund des hervorragend funktionierenden Informationsnetzwerkes des Vereines für hyperaktive Kinder wurden immer mehr Fälle in Schulen bekannt, wo ADHS betroffene Kinder in Schulen vom Lehrpersonal wegen des ADHS typischen Verhaltens gemobbt werden.
Dies darf natürlich nicht offen ausgesprochen werden oder gar einer Lehrkraft vorgehalten werden, da das betroffene Kind sicher noch mehr darunter leidet.
Bekannte Fälle gingen bis zur Suspendierung der betroffenen Schülerinnen und Schüler, um die Eltern unter Druck zu setzen. Unter Druck deshalb, weil man als Alleinerzieher oder auch als Elternpaar schwer eine Betreuung für bis zu 4 Wochen Suspendierung findet und umgekehrt, sollte man das Kind unbeaufsichtigt wegen der erforderlichen Arbeitsaufnahme alleine zu Hause lassen, sofort von der Schule die Fürsorge geschickt bekommt. Hier heisst es dann Vernachlässigung.
Wir sehen dies als bürokratischen Terror an, um die Eltern von ADHS betroffenen Kindern bewusst mundtot machen soll. Hier soll Friede durch Angst herrschen.
Uns ist sicher bewusst, dass manche Suspendierungen sicherlich gerechtfertigt sind und dies zum Schutze der anderen Schüler ausgesprochen wurde. Leider sind die Bestimmungen im SchUG (Schulunterrichtsgesetz) dazu sehr dehnbar und die Begründungen oft fadenscheinig.
Der Verein recherchiert für alle ADHS betroffenen Eltern und Kinder in dieser Causa und wir halten Sie hier unter der Kategorie SCHULE fortwährend auf dem Laufenden.
Ich möchte Ihnen kurz die Vorgeschichte schildern damit Sie unser Problem besser verstehen. Wir haben 3 Kinder im Alter von 5,7 und 9 Jahren. Unser erstes Kind hat vor zwei Jahren mit der Schule begonnen. Er wurde ganz normal in die Volksschule(Sprengelschule) eingeschult. Schon nach kurzer Zeit kamen die ersten Probleme – er konnte sich nicht wirklich in die Klassengemeinschaft einfügen. Es wurde dann eine Stützlehrerin dazugezogen – die Situation wurde immer schlimmer .Die Schule hat kurz nach Schulbeginn 2008 auf Grund des Verhaltens eine Zusatzkraft für 2 Stunden dazu gebeten. Diese hat sich in einzelnen Stunden mit unserem Sohn beschäftigt – bzw. wollte herausfinden, wie es zu einem verweigern oder „aggressiven“ Verhalten unseres Sohnes kommen kann.
Kurz: Wir sollen einen Psychologen aufsuchen
Mein Mann und ich müssen strenger werden, er muss die Kraft seines Vaters spüren zB wenn das Verhalten unseres Sohnes in der Schule nicht in Ordnung war,
-Vater soll Sohn fest packen und in sein Zimmer bringen
- Strafen ….
Zusätzlich – Stundenweise Unterricht durch eine Sonderpädagogin – war immer sehr zuversichtlich und auch ihre Unterrichtsmethoden hatten den größten Erfolg
Zusätzlich Stützlehrerin – kümmerst sich vermehrt um die Vorschüler, hilft unserem Sohn ab und zu beim lesen
Verschiede Maßnahmen wurden bei Verweigerung – oder aggr. Verhalten der gestellten Aufgaben der Schule getroffen
z.B: Leseverweigerung – festhalten am Stuhl durch die Lehrkraft oder mit Stuhl hinaustragen in den Pausenraum, Auszeit im Pausenraum
Punkteliste – Verhalten
Eine „Wutecke“ wurde für alle Kinder eingerichtet (Auszeit für die Kinder)
Da sich laut Schule, (die ich teilweise täglich besuchte Gespräch mit der Lehrerin – Rückblick des Schultages, weitres Vorgehen …) das Verhalten nicht gebessert hat
haben wir Eltern den der Schule/Lehrer befolgt
Wenn das schulische Verhalten nicht iO war – Verbote, Strafen (zB: Fernsehverbot, nur für kurze Zeit nach draussen, kein neues gewünschtes Spielzeug, strengerer
Ton, noch mehr Nachdruck bei gestellten Aufgaben …)
Leider hat sich dadurch die psychische Situation nur noch verschlimmert – es hat uns Eltern sehr zugesetzt. Wir kannten unseren Sohn so nicht – zu Hause war
das Verhalten sehr konträr. Wir Eltern waren laut Lehrern die Schuldtragenden, dass das „Verhalten“ unseres Sohnes nicht der Norm entspricht. Wir machten uns große
Vorwürfe und fragten uns immer wieder was wir alles falsch gemacht haben.
Elternsprechtag
Die Klassenlehrerin war eine Woche im Krankenstand, teilweise wurde sie vertreten durch eine Kollegin. Unser Sohn war in der Woche sehr zufrieden – es gab auch keine Klagen seitens der Schule oder einer Lehrperson. Er freute sich über die tollen Stempel –als Belohung in seinem Heft.
Den Elternsprechtag nahmen mein Mann und ich bei Vertrettung wahr. Wir haben fast nur positives gehört, sie gab auch zu – „Ich weiss, wie ich mit ihm umgehen muss.“ Wir haben ihr noch den Termin im Kinderhilfswerk bekannt gegeben und konnten endlich einmal durchschnaufen.
Um die Situation – Verhalten zu verbessern, Therapie für Eltern und Kind wurde von der Schule gewünscht
Auf weiteres Anraten der Klassenlehrerin/Schule
Aussage der Klassenlehrerin – wir müssen unbedingt einem Kinderpsychologen aufsuchen
Ab Anfang Juni fand nur mehr ein Gespräch zwischen der Sonderpäd. und uns Eltern, meist mit mir (mein Mann war in der Arbeit) statt – Die Klassenlehrerin hatte sich zurückgezogen und auch Gespräche zu unserem Sohn fanden nicht mehr statt (außer Lernanweisungen), Die Sonderpädagogin fand das Verhalten der Klassenlehrerin nicht angebracht und hat uns auch mitgeteilt, dass unserem Sohn die Ausgrenzung der Klassenlehrerin sehr zusetzt.
GUTACHTEN PSYCHOLOGE
Diagnose ADHS dieses Gutachten hat die Schule nicht akzeptiert – eine weitere Abklärung durch einen Neurologen im Kinderkrankenhaus Linz wurde angeraten.
Meinung von Direktor der Schule zu ADHS – er hat einen Vortrag gehört und er hält überhaupt nichts von der Diagnose, da hätte jede 3 Kind ADHS.
Rücksprache PSYCHOLOGE
Im übrigen weiß ich nicht, was ein Neurologe bei dieser Fragestellung tun sollte??? Wenn ich schlecht sehe, gehe ich nicht zu einem HNO-Arzt, sondern suche einen Facharzt für Augenheilkunde auf.
Kurz: Wir hatten dann einen Tag vor Beginn des 2 Schuljahres noch einmal ein Gespräch beim Bezirksschulrat – Wir konnten die Schule wechseln – in eine Sonder und Integrationsschule. Seither gibt es keine Schwierigkeiten mehr, es gibt nur Lob und unser Sohn fühlt sich dort sehr wohl.
Nächste Woche beginnt unser 2 Sohn mit der Schule – wir haben heuer ein Gutachten vom Psychologen erstellen lassen. Nach ausgiebiger Testung stand fest er hat ADHS. Darauf hin habe ich Kontakt zum SPZ aufgenommen, unser Sohn wurde noch in der Kindergartenzeit von der SPZ Leiterin im Kindergarten begutachtet. Wir haben heuer dann in den Ferien ein Gespräch mit dem Bezirksschulrat und der SPZ Leiterin geführt. Wir haben einen Antrag gestellt, dass auch er die Sonder und Integrationsschule besuchen kann. Leider wurde dieser Antrag von der SPZ Leiterin und dem Bezirksschulrat abgelehnt. Die Meinung der beiden war, er soll die Vorschule der Sprengelschule besuchen. Ich muss Ihnen ganz ehrlich sagen, ich verstehe diese Vorgehensweise wirklich nicht, wir haben schon ein sehr schlimmes Schuljahr hinter uns auf uns wurde nur Druck ausgeübt. Unser zweites Kind hat die schulische Situation von seinem Bruder voll mitbekommen und er hat heute schon Angst diese Schule zu besuchen und er hat uns selber gesagt, hoffentlich passiert mir nicht das Gleiche wie meinem Bruder. Ich habe noch ein Gespräch mit dem Psychologen geführt, er kann nicht verstehen, warum unser Kind nicht in die Sonder und Integrationsschule gehen kann. Er ist der Meinung für unser zweites Kind wird und ist es nicht richtig auf die Sprengelschule zu geben – er benötigt unbedingt ein anderes Umfeld- eine Schule die für Kinder mit ADHS ausgerichtet ist. Müssen Kinder immer eine körperliche Behinderung haben um eine solche Schule aufsuchen zu können???
Ich denke mir, es geht sehr vielen Familien ähnlich – das kann doch nicht so weitergehen!!! An alle denen es vielleicht auch so geht oder ähnlich – wie habt ihr das Ganze gemeistert?
Liebe Grüße
“Schulangst ist meist ein Symptom”
In wenigen Tagen beginnt in Österreich wieder die Schule. Anlass für viele Eltern, sich Fragen wie diese zu stellen: Wie bringe ich mein Kind dazu, gerne in die Schule zu gehen und mit Freude zu lernen? Woran erkenne ich, dass es überfordert ist? Was tun bei Mobbing und wie sieht die gesunde Balance zwischen Schule und Freizeit aus? Antworten gibt Univ. Prof. Dr. Karl Toifl von der Wiener Uniklinik für Neuropsychiatrie des Kindes- und Jugendalters im Interview mit NetDoktor.at.
NetDoktor: Dieser Tage beginnt ein neues Schuljahr. Was tun, wenn Kinder sich weigern, in die Schule zu gehen oder massiven Widerstand leisten?
Prof. Toifl: Wenn das Kind von einem Tag auf den anderen nicht mehr in die Schule gehen mag, ist dort mit Sicherheit etwas vorgefallen. Wenn es ein Schulanfänger ist, hat man es meistens mit Trennungsangst zu tun – das ist ein emotionelles Problem zwischen Kind und Mutter oder Eltern. In diesem Fall muss man sich die Familiensituation genauer ansehen. Auch wenn es ein schleichendes, mit psychosomatischen Beschwerden einhergehendes Weigern ist, ist es immer notwendig, sich mit der familiären Situation auseinanderzusetzen: Wie wird dort interagiert? Welche emotionellen Probleme gibt es? Schulverweigerung ist meist nur ein Symptom für ein emotionelles Problem des Kindes und ein Hinweis darauf, dass im Hintergrund Konflikte schwelen, über die nicht gesprochen wird.
NetDoktor: Welche Anzeichen von Schulangst gibt es? Woran erkennt man, dass das Kind überfordert ist – und welche Veränderungen sind normal?
Prof. Toifl: Für Anfänger bedeutet der Schuleintritt in der Regel eine ziemliche Umstellung, es sei denn, sie haben die Vorschule besucht. Es wäre gut, wenn Eltern sich Zeit nehmen könnten und regelmäßig gezielt nachfragen, wie es dem Kind in der Schule ergangen ist. Das Kind sollte sich auf keinen Fall in etwas hineingestoßen und dann alleingelassen fühlen. Eine schulische Überforderung zeigt sich etwa daran, dass Dinge, die das Kind bis dahin mit Fröhlichkeit und Leichtigkeit getan hat, plötzlich traurig und schwer werden. Dann ist anzunehmen, dass das Kind im Hintergrund irgendetwas belastet. Und dann ist es wichtig, achtsam zu sein und sich mit dem Heranwachsenden einfühlend auseinanderzusetzen.
NetDoktor: Wie können Eltern ihrem Kind mögliche belastende Erfahrungen aus der Schule entlocken, wenn es darüber nicht von selbst spricht?
Prof. Toifl: Kinder reden vor allem dann, wenn es zuhause üblich ist, über alles zu reden. Wenn es also normal ist, dass die Eltern erzählen, wie es ihnen bei der Arbeit ergangen ist und was sie untertags erlebt haben, wenn das miteinander Reden also ein natürlicher Ablauf ist. In manchen Familien herrscht aber so viel Hektik, dass eine Art Erschöpfungsschweigen eintritt und niemand mehr redet. Wenn die Eltern ihrerseits nichts erzählen, können sie aber von ihren Kindern nicht erwarten, dass sie von sich aus über die Schule sprechen.
NetDoktor: Schlagwort Lernblockade: Wie äußert sich eine solche bei Kindern und wie kann man damit umgehen?
Prof. Toifl: Die entscheidende Frage ist, welchen Stellenwert die Schule innerhalb der Familie hat und wie wichtig sie genommen wird. Wenn die Eltern sehr großen Wert darauf legen, dass das Kind Leistung erbringt und lernt, dann kann es in Opposition treten und protestieren – und zwar über Nicht-Lernen und Nicht-Leisten. Aber es kann unterschiedlichste Gründe für Lernblockaden geben. Die meisten sind emotioneller Natur, etwa wenn das Kind Probleme mit sich herumträgt, über die nicht gesprochen wird und die es daher ständig beschäftigen.
NetDoktor: Gibt es einen Unterschied zwischen Schulangst und Schulphobie?
Prof. Toifl: Die Begriffe werden oft synonym verwendet. Schulangst kann in verschiedenen Zusammenhängen auftreten, kann mit der Schule selbst, mit dem Lernen, mit Mitschülern oder Lehrern zu tun haben. Schulphobie drückt symbolisch etwas aus, etwa die Angst vor einer Trennung von zuhause oder auch die Angst mancher Kinder, dass in ihrer Abwesenheit zuhause etwas geschieht, das sie glauben verhindern zu müssen. Die Gründe für eine Schulphobie können sehr komplexe psychodynamische Problemstellungen sein, die man sich im Einzelfall genauer ansehen muss.
NetDoktor: Wie tolerant sollten Eltern sein, wenn ihre Kinder die Schule schwänzen?
Prof. Toifl: Wenn Jugendliche hin und wieder die Schule schwänzen, wollen sie damit meistens in Opposition zu Erwachsenen und Autoritäten treten. Das Problem ist oft nur, dass das eine Dynamik und Regelmäßigkeit bekommt, wenn sich eine Gruppe von Gleichaltrigen zusammenschließt und das laufend macht. Dann besteht natürlich die Gefahr, dass das negativ abdriften kann. Eltern sollten also schon darauf achten, dass sie mit der Schule Kontakt halten und nachfragen. Sie sollten mit dem Kind oder Jugendlichen einen positiven Kontakt suchen – ohne Druck und mit Interesse. Außerdem ist es wichtig, sich dafür zu interessieren, wie es den Heranwachsenden in der Freizeit geht, mit wem sie Kontakt haben usw.
NetDoktor: Was können Eltern tun, wenn ihr Kind in der Schule zum Außenseiter oder gar zum Opfer von Mobbing wird? Wenn ein 15-Jähriger mit seiner Mutter in die Klasse kommt, wird das vermutlich kaum hilfreich sein…
Prof. Toifl: Es wird niemand zufällig zum Opfer und niemand zufällig zum Täter – auch nicht beim Mobbing. Kinder, die in so einer Situation sind, haben in der Regel irgendein Problem damit, sich sozial einzufinden oder ihre Kommunikation mit anderen so zu gestalten, dass sie in eine Gruppe hineinkommen. Entscheidend ist es dann, sehr achtsam zu sein und sich zu fragen, wie es um das Selbstwertgefühl des Kindes bestellt ist. Wie es ermutigt wurde, soziale Erfahrungen zu machen. Was trauen sich diese Kinder zu, wo haben sie Ängste? Es ist sehr wichtig, betroffenen Kindern Beachtung zu schenken und die konkrete Situation zu analysieren. Sonst ist es schwer, einen Ausweg zu finden. Diese Kinder brauchen Unterstützung und Ermutigung. Manchmal ist auch die Kontaktaufnahme mit Schule und Lehrern empfehlenswert, damit man die Situation gemeinsam so gestaltet, dass diese Kinder da wieder rauskommen.
NetDoktor: Man sollte also unbedingt intervenieren, wenn das eigene Kind von Mobbing betroffen ist?
Prof. Toifl: Ja. Eltern sollten das unbedingt ernst nehmen, sonst wird die Opferrolle prolongiert und das kann das Kind scheitern lassen. Fragwürdige Ratschläge à la “Kämpf dich da alleine durch, das macht dich nur stärker!” sind leicht dahingesagt, helfen dem Kind aber nicht. Denn es hat nicht die sozialen Ressourcen, selbst aus der Opferrolle zu kommen, weil es sich das nicht zutraut, weil es Ängste und Unsicherheiten hat.
NetDoktor: In vielen Familien ist es schwierig, eine tägliche gemeinsame Routine aufrecht zu erhalten: Man muss zu unterschiedlichen Zeiten zur Arbeit, ist gestresst, tauscht sich nur mehr zwischen Tür und Angel aus. Wie wichtig sind tägliche gemeinsame Fixpunkte für Kinder?
Prof. Toifl: Prinzipiell ist es gut, gemeinsame Rituale und Abläufe zu haben, weil es sonst schwierig wird, Dinge zu besprechen und sich auszutauschen. Wenn eine Familie so gestaltet ist, dass sie im Ablauf gut funktioniert, wenn die Eltern sich abstimmen und die Atmosphäre insgesamt angenehm und entspannend ist, dann ist das meist nicht so ein Problem. Aber es gibt immer mehr Alleinerziehende oder Haushalte, in denen beide Eltern arbeiten. Hier ist es oft ein großer Aufwand, gemeinsame Zeit so zu organisieren, dass sie für die Kinder nicht erst recht zum Stress wird. Wenn die Zeit mit der Familie aber keine Entspannung und angenehme Atmosphäre erzeugt, kann das leicht zu Interaktionsstörungen führen.
NetDoktor: Ist es sinnvoll, braves Lernen zu belohnen?
Prof. Toifl: Viele Eltern haben diese Angst, dass ihr Kind später keinen Beruf bekommen könnte, wenn es in der Schule nicht lernt. Deswegen machen sie Druck. Wenn sie nicht schimpfen wollen, machen sie es mit irgendwelchen Geschenken oder anderen Anreizen. Das ist zwar schon eine Motivationsmöglichkeit, aber keine ideale, weil dadurch die Lust und die Freude am Lernen genommen werden. Besser wäre es, in der Familie die Neugier zu fördern und von Elternseite die Lust an Bildung und Lernen vorzuleben. Denn Druck erzeugt Gegendruck und damit Blockade. Deshalb eignet sich Zwang nicht als Lernanreiz. Besser wäre es, Kindern die Verantwortung für das Lernen zu übergeben, aber ihnen gleichzeitig zu sagen, dass man immer da ist, wenn sie Hilfe brauchen.
NetDoktor: Was braucht es zum lustvollen Lernen?
Prof. Toifl: Neurophysiologisch gesehen, ist das Geheimnis beim Lernen die Wiederholung. Ich würde daher raten, sich den Lernstoff möglichst oft durchzulesen und laut vor sich herzusagen. Durch rechtzeitiges Wiederholen und aufmerksames Lesen zwischendurch merkt man sich viel mehr als wenn alles unter Druck am letzten Tag vor der Prüfung gelernt werden muss. Es gibt jede Menge Studien darüber, wie wichtig auch regelmäßiger und ausreichender Schlaf ist. Er festigt das Gelernte zusätzlich. Es wäre also gut, beim Lernen das Wiederholen zu fördern und dazwischen immer wieder Pausen einzulegen. Mit diesem Rhythmus könnten sich Schüler und Eltern viel Stress ersparen.
NetDoktor: Sollten Eltern Kontakt mit der Schule und den Lehrern halten und sich regelmäßig informieren, wie es aus deren Sicht dem Kind beim Lernen ergeht?
Prof. Toifl: Dazu würde ich unbedingt raten, weil die Schule eine gemeinsame Sache ist. Natürlich muss man dort auch gewisse Dinge lernen, die abgeprüft werden, auch wenn man sie später nicht mehr braucht. Besser wäre es natürlich, den Lernstoff so zu gestalten, dass man ihn selber erproben kann, sodass Interesse, Lust und Neugier der Kinder geweckt werden. Prinzipiell sollte man die Schule und was sie vermittelt laufend hinterfragen. Bildung sollte zu einem ständigen gesellschaftlichen Thema werden.
NetDoktor: Was halten Sie vom Fernsehen in den Lernpausen?
Prof. Toifl: Fernsehen wird oft fälschlicherweise als Entspannung gesehen, weil man dabei abschaltet und sich berieseln lässt. Der Punkt ist aber, dass TV-Konsum für das Gehirn nicht wirklich entspannend ist. Sport und Bewegung wären deutlich besser. Oder man schläft eine halbe Stunde – aber nicht länger, weil der Schlaf sonst zu tief und das Lernergebnis eher gehemmt wird.
NetDoktor: Wie könnte also die richtige Balance zwischen Freizeit und schulischer Betätigung aussehen?
Prof. Toifl: Wichtig ist, dass man sich in der Familie wechselseitig dabei unterstützt. Eltern sollten ihren Kindern diese Balance vorleben, indem sie sich neben der Arbeit etwa Hobbys und Interessen bewahren, die ihnen Spaß machen und die sie regelmäßig in den Alltag einbauen. Das Kind soll sehen, dass es wichtig ist, Dinge zu haben, die man mit der Schule kombinieren und abwechseln kann – und die uneingeschränkt Freude machen. Eltern sollten den Kindern dabei helfen, ihre Tage so zu strukturieren, dass sie auch noch Spaß haben. Und nicht nur Stress.
NetDoktor: Danke für das Gespräch.
(c) Netdoktor
Hallo Martina,
ich finde es toll dass du so hinter deiner Tochter stehst.
Das mit den Therapieplätzen , die lange Wartzeit, ist uns auch ein Dorn im Auge. Private Therapeuten vergeben ihre Termine schneller als die Vertraglichen . Finde ich sehr schade, denn die Kids brauchen ja die Therapien jetzt und nicht erst in 2 Jahren. Auch ist es oft mit der schlechten finanziellen Lage nicht möglich, eine Private Therapie in Anspruch nehmen zu können.
Darum wollen wir vom Verein Hyper Kids, mit dem Hyper Kids Park Abhilfe schaffen. Wo gleich nach dem Arzt, die Therapie erfolgen soll. Und das in einem Gebäude. Also Hand in Hand.
Alles Liebe
Gisi
nach einer langen geschichte von ausrastern, wurde meine tochter (3kl.VS) für 14 tage von ihrer schule suspendiert.ich versuchte seit über 2 jahren eine therapie mit hilfe des jugendamtes zu bekommen.quasi über nacht hat es jetzt funktioniert.warum muss die lage immer erst eskalieren,sodass man eine therspie bewilligt bekommt. gestörtes sozialverhalten, aber nur in der klassengemeinschaft.als alleinerzieherin am existenzminimum ist es nur mögliche einen psychotherapeuten zzu bekommen wenn ein härtefall vorliegt.wenn man genügend geld hat, kann man die sache selbst in die hand nehmen. aber sonst ist man abhängig von diversen institutionen wie ein junkie von seinem nächsten schuss.
wenig geld ist gleich assozial und unfähig sein kind zu erziehen.oton lehrerin sie kann sich nicht vorstellen das mein kind fähig ist sich im privaten umfeld zu benehmen, und spricht diese fähigkeit meiner gesamten familie ab.so weit so gut.wir werden uns nicht vom bildungssystem lol unterkriegen lassen. ein kämpferische mutter!
bin vs lehrerin, hab eine adhs-trainer-ausbildung gemacht und setze sie sehr wohl-denke auch mit erfolg- um. die kids spüren ja sowieso, wohin sie sprechen, hüpfen, laufen,…gehen können. wichtig ist, dass diese kinder einen geregelten tagesablauf haben, nicht nur in der schule, sondern auch zu hause. sobald da eltern mit lehrer konform gehen, funktioniert´s.
auch mein sohn ist “immer bei problemen” dabei, das muss man als mutter runterschlucken, vorallem, wenn man weiß, dass zu hause strikte regeln herrschen.
kopf hoch und bis mind 50 zählen!!
es ist unbestritten das kinder (leute) mit AD(H)S mehr aufmerksamkeit fordern, aber es ligt immer am gegenüber wie weit er es zulässt.
mir wurde erklärt lehrer machen ein seminar wo sie auch solche kinder vorbereitet werden,
dabei werden sie auf einen sessel gesetzt bekommen einen sack über den kopf und werden gedreht damit sie wissen wie sich so ein kind fühlt was für einem stress sie täglich ausgesetzt sind und was für ängste sie durchstehen müssen.
ich kann nur für mich selber sprechen aber von (stress)habe ich nie etwas mitbekommen da werde ich ganz ruig und ich muss mich zwingen die Aufgabe zu erledigen, nervös ja wenn ich glaube etwas falsch gemacht zu haben (aber auch nur wenn ich zeit alleine habe darüber nachzudenken),leicht wütend werden ja, aber das kann man alles lernen selber zu kontrolieren wenn einem die möglichkeit dazu geboten wird.
ich finde es eine frechheit das mir beschrieben wird wie meine kinder und ich, sich zu fühlen und zu tun haben das wir so sind wie die lehrer es sich vorstellen das es ins Bild von adhs zu passen hat,
damit wir zu den aussenseitern werden die sie so gerne für ihre statistiken haben, damit sie als die armen gehalten werden die sie doch heute in dieser schlimmen welt sind.
wenn eine lehrer in mit 16 kindern, sich nicht um ein kind mit adhs kümmern kann, verstehe ich das vollkommen das dieses sofort in die sonderschule zu kommen hat, denn das kann man der lehrerin nich zumuten.
aber ein schulwechsel tuts auch
Hallo alle zusammen , ja davon kann ich ein Lied singen. meine Tochter 9 ,ist zur zeit für 3 Tage vom Unterricht suspendiert,weil man sich eben laut Lehrer immer wiedersetzt.Ich muß dazu sagen Sie hat ADS ,darf aber im Moment keine Medikamente nehmen (was ich nur getan habe damit die Schule endlich Ruhe gibt),da Ihre Leberwerte ganz schlecht sind.Und wenn jemand etwas gewesen ist, war es ebend Nadine .Es geht soweit das die Lehrer zu anderen Kindern sagen ,,spiel doch nicht mit Nadine ,sonst wirst du genauso,, oder wenn die treppe hochgerannt wird kommt der spruch ,,mach ruhig so weiter ,der nächste Verweiß liegt schon auf dem Tisch, da platz mir als Mutter echt der Kragen.Ich war auch ein lebhaftes Kind ,aber was heute abgeht ,alle die nicht sitzen wie die Puppen ,kann man ja prima mit Medikamenten ruhig stellen ,es ist nur schade das sich von den meisten Lehrern niemand fragt warum es so ist.ich werde trotzdem weiter für mein Kind kämpfen.aber ich denke diese Kinder zerbrechen an solchen Lehrern.Ich bin alleinerziehend und weiß auch manche Tage nicht weiter ,trotzdem sind es unsere Kinder die wir lieben und an die wir glauben.
Habe beruflich mit verhaltensproblematischen Schülern zu tun und bin nach gut dreißg Dienstjahren immer noch der Ansicht, daß Schuldzuweisungen, Polarisierung, Vorurteile niemandem nützen.
Im Zentrum des Interesses eine Lehrers/Schulleiters aber auch der Eltern müssen immer das Wohl und die Entwicklungschancen des Kindes stehen. Je früher es gelingt, daß alle Betroffenen/Verantwortlichen für das Kind in der Sache an einem Strang ziehen, desto größer sind die Erfolgsaussichten für eine stressfreiere Entwicklung des Kindes.
Wenn allerdings eine Seite (Lehrer oder Eltern, ganz egal) ausläßt, kann der übriggeblieben Verantwortliche oft nur durch Erhöhen des Leidensdruckes eine Verbesserung fürs Kind erwirken.
MFG Karl
Das kann ich gut nachvollziehen, leider selber unter diesem Problem. Unser Sohn hat ADHS ist aber eingestellt. Seit einem Jahr wurde er gemobbt von Schülern und hat sich kaum gewehrt, nun ist es eskaliert und nur unser Sohn soll an allem allein Schuld sein!
Würde gerne mal wissen , wie man sich am besten wehren kann. Hat jemand Erfahrungen in diesem Bereich, bin ziemlich auf mich allein gestellt, obwohl ich alles unternehme was nur geht.
Hinzu kommt das mein Sohn mindestens 2,5 Jahre garnicht agressiv auffällig war, und dies im Bekanntenkreis und Familienkreis auch nicht ist. Es wird einfach unterstellt, weil einmal auffällig-dann immer.
Man sollte wirklich mit allen Mitteln dagegen ankämpfen……
Wenn eine Familie fertig gemacht wird, da kann ich ein Lied singen. Nicht nur ein Lied, eine ganze Platte voll.
Egal was wir machen, alles ist falsch. Und sogar mich als Mutter trifft das. Geh ich arbeiten, ists falsch, bleib ich daheim, ists auch falsch. Beides ist Vernachlässigung.
Und das Kind leidet. Und es wird nicht besser. Andere Eltern spielen sich als Gott auf, haben Mitspracherecht bei den Lehrern und das versteh ich nicht.
Sie wollen uns brechen, da tun wir aber nicht mit.